„Potenzielle Mandanten recherchieren online, welcher Anwalt oder welche Kanzlei für ein Mandat in Frage kommt.“

Wer heutzutage nach einem Rechtsanwalt in seiner Region sucht, nutzt dafür nicht mehr die herkömmlichen Branchenbücher oder Anzeigen in der örtlichen Tageszeitung. Stattdessen recherchieren potenzielle Mandanten online, welcher Anwalt oder welche Kanzlei für ein Mandat in Frage kommen. Rechtsanwälte, die sich mit ihrer Kanzlei im Internet professionell präsentieren, können folglich viele Mandanten gewinnen. Es gibt aber unterschiedliche Möglichkeiten, in welcher Form Sie das Internet für die Mandantenakquise nutzen können.

Die erste Maßnahme, die viele Kanzleien umsetzen, ist eine eigene Website. Mit dieser können Sie potenziellen Interessenten Ihre Kanzlei ausführlich präsentieren. Stellen Sie auf Ihrer Website das Anwaltsteam vor, beschreiben Sie Ihre Kernkompetenzen und Fachgebiete und verweisen Sie auf Referenzen.

PRÄSENTIEREN SIE IHRE KANZLEI KOSTENLOS MIT GOOGLE MY BUSINESS

Das eigene Google My Business Profil ist für jede Kanzlei ein Muss. Die Google My Business Einträge werden deutlich prominenter anzeigt als die normalen Suchergebnisse. Außerdem sichern Sie sich nur durch My Business den Eintrag bei Google Maps.

Bei Google My Business können Sie Ihre Kanzlei eintragen, um in der Google Suche oder auf Google Maps gefunden zu werden. Dazu hinterlegen Sie alle relevanten Geschäftsinformationen wie Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Fotos. Wenn potenzielle Mandanten Bilder von Ihrem Team und Ihren Räumlichkeiten finden können, wirkt das persönlicher und schafft Vertrauen.

Ein attraktives Google My Business Profil zu erstellen, dauert ca. 2-3 Stunden und ist mit keinerlei Kosten verbunden. Angezeigt wird Ihr My Business-Profil anschließend bei relevanten Suchanfragen zu beispielsweise Fachgebiet und Ort Ihrer Kanzlei. Somit erreichen Sie potenzielle Mandanten genau dann, wenn sie gezielt nach einem Anwalt suchen. Insbesondere für lokale Suchen (z.B. „Fachanwalt Arbeitsrecht München“) verbessert ein guter Google My Business Eintrag die Sichtbarkeit Ihrer Kanzlei erheblich.

Denken Sie auch daran, Ihren Google My Business Eintrag mit Posts regelmäßig zu aktualisieren. Sie können zudem Nutzern die Möglichkeit geben, über Ihr Google My Business-Profil Fragen zu stellen und so Kundennähe und Freundlichkeit zu demonstrieren.

HEBEN SIE SICH DURCH POSITIVE MANDANTEN-BEWERTUNGEN VON ANDEREN KANZLEIEN AB

Mit dem Eintrag Ihrer Kanzlei bei Google My Business haben Sie die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass potenzielle Mandanten über eine Google Suche auf Sie aufmerksam werden. Im nächsten Schritt sollte Ihr Ziel sein, sich von Ihren Mitbewerbern abzusetzen. Google liefert hierfür ein Werkzeug, das bislang nur von sehr wenigen Kanzleien effektiv genutzt wird: Kundenbewertungen.

Google blendet in Ihrem My Business Eintrag Bewertungen durch bisherige Mandanten in Form von Sternen ein. Maximal fünf Sterne können Sie dabei erreichen. Kanzleien, die viele positive Bewertungen aufweisen, werden bei Suchanfragen in der Regel ganz oben angezeigt. Sie haben also die Möglichkeit, auf diesem Weg die Sichtbarkeit Ihres Kanzlei-Profils deutlich zu erhöhen. Positive Bewertungen verhelfen nicht nur zu einer höheren Sichtbarkeit sondern dienen potenziellen Mandaten auch als Qualitätsmerkmal, um eine Kanzlei auszuwählen.

Doch wie sammelt man Bewertungen? Im Prinzip ganz einfach! Bitten Sie zufriedene Mandanten, Ihre Kanzlei bei Google My Business positiv zu bewerten. Den entsprechenden Link schicken Sie Ihren Mandanten mit deren Einverständnis einfach per E-Mail zu.

Pro-Tipp: Denken Sie daran, die Bewertungen kurz zu beantworten. Bleiben Sie auch bei negativen Rezensionen freundlichen, halten Sie sich kurz und bedanken Sie sich auch bei positiven Rückmeldungen für die abgegebene Bewertung. Das schafft Sympathie und baut Vertrauen auf!

SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG (SEO)

Damit Sie Ihre Kanzlei-Website effektiv zur Mandantenakquise nutzen können, genügt es nicht, auf Ihrer Website in wenigen Worten Ihre Fachgebiete und Ihr Team vorzustellen und es dabei zu belassen – Sie wollen schließlich Ihre Sichtbarkeit im Internet maximieren.

Potenzielle Mandanten suchen in Suchmaschinen wie Google nach rechtlichen Informationen oder schon direkt nach Fachanwälten. Damit Sie mit Ihrer Kanzlei-Homepage bei Google prominent platziert werden, müssen Sie ihre Website für Suchmaschinen optimieren. Denn in welcher Reihenfolge Websites bei Google angezeigt werden, hängt wesentlich davon ab, wie gut es Ihnen gelingt, potentielle Mandanten von Ihrem Angebot zu überzeugen.
Dieser Algorithmus nutzt Informationen, den sogenannte Crawler auf Ihrer Website gesammelt haben.

Hauptkriterium für eine Platzierung in den Google Suchergebnissen ist, dass Ihre Website inhaltlich perfekt zu der Suchanfrage des Nutzers passt. Für jede Suchanfrage wie zum Beispiel „Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin“ wird die Relevanz Ihrer Website ermittelt und ihre Platzierung (Ranking) wird bestimmt. Die besten Plätze befinden sich natürlich im oberen Bereich der ersten Suchergebnisseite und bringen somit die meisten potenziellen Mandanten.

Aber wie können Sie Ihre Website für mehr Mandanten optimieren? Suchmaschinenoptimierung lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche einteilen:

INHALTLICHE OPTIMIERUNG

Der Fokus der inhaltlichen Optimierung sollte auf einer ausführlichen Keyword Recherche liegen. Welche Anfragen potenzieller Mandanten sind für Sie relevant? Die dazu passenden Suchbegriffe sollten auf Ihrer Website mitsamt qualitativ hochwertigen Inhalten (Cotent) auffindbar sein. Sie sollten die Lösung für das Problem des Suchenden bieten.
Denken Sie aber auch daran, dass der beste Content nicht funktioniert, wenn er nicht ansprechend und leicht lesbar präsentiert wird. Die angenehme Nutzbarkeit der Website (Usability) ist also ebenfalls wichtig.

TECHNISCHE OPTIMIERUNG

Bei der technischen Optimierung konzentrieren Sie sich auf die Struktur und den Aufbau der Website, damit Google Ihre Website optimal auslesen kann und Ihre Website für relevante Suchanfragen beziehungsweise potenzielle Mandanten ausgespielt wird. Wie bereits erwähnt, sollte Ihre Website auch aus technischer Sicht nutzerfreundlich aufgebaut sein.
Wichtige Punkte sind dabei auch die Darstellung der Website auf Smartphones sowie Ladezeiten und Erreichbarkeit. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich bei der Suchmaschinenoptimierung von einer spezialisierten SEO-Agentur unterstützen zu lassen.

Pro-Tipp: Lassen Sie sich nicht demotivieren, wenn Sie nicht innerhalb weniger Wochen auf Seite eins der Google Suchergebnisse für Ihre wichtigsten Suchanfragen stehen. Suchmaschinenoptimierung ist ein langfristiges Projekt, denn die Kriterien für das Ranking in Suchmaschinen ändern sich regelmäßig und nur mit einer fortlaufenden Optimierung stellen Sie sicher, dass Sie immer gefunden werden.

Eine langfristige und professionelle Suchmaschinenoptimierung hilft Ihnen dabei, Ihre Website so aufzubereiten, dass Google Ihre Website bei passenden Suchanfragen auf den besten Platzierungen anzeigt und Sie so von potenziellen Mandanten gefunden werden.

SUCHMASCHINENMARKETING (SEA)

Google bietet mit Google Ads ein Anzeigenprogramm an, mit dem Sie dafür sorgen können, dass Ihre Kanzlei-Website bei ausgewählten Suchanfragen ganz oben als Treffer platziert wird. Die ersten drei bis vier Suchergebnisse sind Anzeigen, die noch vor den sogenannten organischen Suchergebnissen platziert werden. Vor allem auf mobilen Geräten nehmen diese Anzeigen den kompletten Bildschirm ein bevor der Nutzer weiter nach unten scrollt.

Diese prominente Platzierung der Google Ads Anzeigen können Sie für die Gewinnung von wertvollen Mandaten nutzen.

Die Kosten für solch eine Anzeige sind variabel, da die Anzeigenplätze in einem Bieterverfahren bei jeder Suchanfrage neu versteigert werden. Je mehr Kanzleien und Anwälte einen Suchbegriff (Keyword) nutzen, desto teurer wird der Klick auf die Anzeige. Zahlen müssen Sie für eine Anzeige allerdings nur dann, wenn der Nutzer auch darauf klickt. Damit lässt sich der Erfolg einer Werbemaßnahme exakt messen. Sie können auf den Cent genau ermitteln, wie viele Nutzer Ihre Kanzlei-Website über die Anzeigen erreicht haben und wie viel Sie dafür zahlen mussten.

Entscheidend ist letztendlich aber natürlich, aus wie vielen dieser Besucher auch Mandanten geworden sind (Conversions). Daher sollten Sie natürlich darauf achten, in welchem Verhältnis (Conversionrate) die Klicks auf Ihre Anzeige zu neuen Mandanten, die über Google Ads akquiriert werden, stehen.
Tipp: Dokumentieren Sie wie Mandanten auf Sie aufmerksam werden, indem Sie zum Beispiel persönlich fragen oder diese Information in einem Kundenbogen aufnehmen. Nur so können Sie errechnen, wieviel Sie ein neues Mandat kostet und ob Ihre Anzeigen auf Google Ads Umsatz bringen.

Mit dem Conversion Tracking von Google Ads können Sie Anfragen über Ihr Kontaktformular oder Anrufe auch automatisch erfassen und so sehr genau ermitteln wieviel Sie eine Anfrage über Google Ads tatsächlich gekostet hat.

SEO UND SEA

Sie sollten Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Google Ads (SEA) ganzheitlich betrachten. So mach es zum Beispiel Sinn, für Keywords, bei denen Ihre Webseite in den organischen Suchergebnissen noch nicht gut positioniert ist, Anzeigen mit Google Ads zu schalten.

Oder Sie entscheiden sich, trotz guten Erfolgen in der Suchmaschinenoptimierung, Ihre Sichtbarkeit weiter zu steigern und nutzen Anzeigen als wichtige Ergänzung, um auch in den ersten drei bis vier Google Suchergebnissen platziert zu sein.

DER PASSENDEN KANZLEIMARKETING-MIX

Welche Kanzleimarketing-Maßnahmen für Sie und Ihre Kanzlei in Fragen kommen, hängt davon ab, wie viel Zeit und Budget Sie investieren können und wollen.

Egal, für welche Kanzleimarketing-Maßnahmen Sie sich am Ende entscheiden: wichtig ist, dass Sie die Möglichkeiten zur Akquise von neuen Mandanten im Internet konsequent nutzen und nicht ausschließlich Ihren Mitbewerbern überlassen.