Update: Oktober 2020

Google macht es jetzt für Einzelhändler in Europa, dem Nahen Osten und Afrika kostenlos, ihre Produkte auf Google Shopping zu präsentieren. Die kostenlosen Google Shopping Suchergebnisse werden ab Oktober 2020 weltweit verfügbar sein werden. Sie bestehen in erster Linie aus kostenlosen Suchergebnissen, die den Einzelhändlern helfen, mit mehr Kunden in Kontakt zu treten, unabhängig davon, ob sie bei Google werben. Käufer werden mehr Produkte in mehr Geschäften finden können.

Für Einzelhändler, die Google Ads bereits nutzen, um potenzielle Kunden zu erreichen, sind kostenlose Produktauflistungen auf der Registerkarte Einkaufen eine Ergänzung für Ihre bezahlten Kampagnen.

Wenn Sie bereits Merchant Center und Shopping-Anzeigen nutzen, müssen Sie nichts tun, um von dieser Änderung zu profitieren; Ihre Anzeigen erscheinen automatisch und kostenlos.

In Europa können Sie auch mit einem Comparison Shopping Service (CSS) zusammenarbeiten, um mit kostenlosen Angeboten zu arbeiten.

Google Shopping ist kostenlos

Auf den ersten Blick klingt es unglaublich. Google Shopping wird kostenlos.

Zunächst können Händler in den USA ihre Waren kostenlos auf Google platzieren. Später soll das Angebot global verfügbar werden. Bei genauerer Betrachtung könnte der Schritt von Google aber sehr viel Sinn machen.

Bislang mussten Händler für Einträge in Google Shopping bezahlen. Nun positioniert sich Google als Unterstützer des Einzelhandels in der Coronakrise. Ab nächster Woche bietet Google Shopping-Einträge zunächst in den USA kostenlos an. Bis zum Ende dieses Jahres soll das Angebot weltweit verfügbar sein.

Hilfe für Händler wegen Corona

Google will die Änderung als Unterstützung für den durch die Coronakrise gebeutelten Einzelhandel verstanden wissen.

“Der Einzelhandelssektor war im Laufe der Jahre vielen Bedrohungen ausgesetzt, die sich während der Coronavirus-Pandemie noch verschärft haben. Da die physischen Geschäfte geschlossen wurden, ist der digitale Handel zu einer Lebensader für den Einzelhandel geworden. Und da die Verbraucher zunehmend online einkaufen, suchen sie nicht nur nach dem Notwendigsten, sondern auch nach Dingen wie Spielzeug, Bekleidung und Haushaltswaren. Dies ist zwar eine Gelegenheit für Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, wieder mit den Verbrauchern in Kontakt zu treten, aber viele können es sich nicht leisten, dies in großem Maßstab zu tun.

Angesichts dieser Herausforderungen treiben wir unsere Pläne voran, es für Händler kostenlos zu machen, über Google zu verkaufen. Ab nächster Woche werden die Suchergebnisse auf der Registerkarte “Google Shopping” in erster Linie aus kostenlosen Einträgen bestehen, die Händlern helfen, besser mit den Verbrauchern in Kontakt zu treten, unabhängig davon, ob sie bei Google werben. Mit Hunderten von Millionen von Shopping-Suchanfragen bei Google jeden Tag wissen wir, dass viele Händler die von den Kunden benötigten Artikel auf Lager und versandfertig haben, aber online weniger auffindbar sind.

Für die Einzelhändler bedeutet diese Änderung, dass sie Millionen von Menschen, die täglich zum Einkaufen zu Google kommen, kostenlos erreichen können. Für die Käufer bedeutet dies mehr Produkte aus mehr Geschäften, die über die Registerkarte “Google Shopping” auffindbar sind. Für Werbetreibende bedeutet dies, dass bezahlte Kampagnen jetzt durch kostenlose Einträge ergänzt werden können. Wenn Sie bereits Nutzer des Merchant Centers und der Shopping-Anzeigen sind, müssen Sie nichts tun, um die Vorteile der kostenlosen Angebote zu nutzen, und für neue Nutzer des Merchant Centers werden wir in den kommenden Wochen und Monaten weiter daran arbeiten, den Onboarding-Prozess zu rationalisieren.”

Auch ein Angriff auf Amazon
Dabei ist es nicht so, dass nur der Einzelhandel profitiert. Immerhin ist eine größere Vielfalt in den Suchergebnissen bei Google Shopping auch ein Wert an sich. Insofern dürfte dieser Schritt auch durchaus als Angriff auf Amazon gewertet werden. Schließlich haben die Konsumenten in den letzten Jahren ihre Shopping-tour immer häufiger direkt auf Amazon gestartet und Amazon so zu größten Produtsuchmaschine der Welt gemacht.
Die Änderung von Google Shopping bedeutet für viele händler zunächste eine signifikante, kostenfreie Erhöhung ihrer Reichweiten. Konsumenten deutlich mehr Produkteinträge als bislang auf der Google Plattform finden. Solche Händler, für die Google Shopping bislang aus Margengesichtspunkten nicht attraktiv war, werden nun ihre Produkte listen.
Neue Chance für Onlinehändler

Nutzer finden mehr Produkte aus mehr Geschäften, mithin eine größere Auswahl. Die Relevanz der Suchergebnisse für den Suchenden steigt. Die Händler wiederum profitieren von einer höheren Sichtbarkeit auf der Shopping-Suchseite, die dadurch weiter steigen kann, dass mehr Nutzer die Suche verwenden.

Damit erweist sich die Öffnung der Shopping-Plattform als klassisches Win-Win. Google will künftig zwar weiterhin Geld damit verdienen. Das soll dann allerdings etwa über prominente Platzierungen oder andere Hervorhebungen der Shopping-Suchergebnisse erfolgen.

Was müssen Händler jetzt unternehmen

Händler die bereits Google Shopping nutzen müssen zunächst nichts tun. Sie finden die kostenlosen Listing-Funktionen im Merchant Center.

Um das neue Programm zu nutzen, wählen Sie “Wachstum” und dann “Programme verwalten” im linken Navigationsmenü und wählen dann die Programmkarte “Oberflächen in Google”. Sie können auch Produkte zu Ihrem Produkt-Feed hinzufügen, um noch mehr Produkte in diesen kostenlosen Angeboten auffindbar zu machen.

Einzelhändler, die bislang nicht in Google Shopping vertreten sind, finden Informationen im Help-Center. Eine Kooperation mit Paypal soll dabei den Onboarding-Prozess neuer Kunden beschleunigen.

Fazit

Google Shopping dürfte durch den Schritt weiter an Relevanz gewinnen und wird für Onlineshops zum SEO-Thema. Für viele Händler ist das eine gute Nachricht, denn Sie bietet neue Chancen.

Welche Auswirkungen das kostenlose Angebot Google Shopping haben wird, bleibt abzuwarten. Viele Shopping-Klicks werden wahrscheinlich weiterhin über Anzeigen erzeugt. D.h. an der Leistung (und den Kosten) von Shopping-Kampagnen wird sich vermutlich nicht viel ändern.